You are an Ironman! Mit diesen Worten von Ironman-Sprecher Mike Reilley beende ich offiziell meine Wettkampf-Saison 2011. Doch der Reihe nach:
Ganz oben muss erwähnt werden:
Vielen herzlichen Dank für eure Wünsche, Kommentare und Glückwünsche -
ihr seid einfach die Besten!
Die Fakten:
Swim: 1:03:48 Stunden / Pace: 1:39/100m,
Zwischenstand Platzierung Gesamt: 421, AK: 79
T1: 3:11 Minuten
Bike: 4:53:13 Stunden / Pace: 37 km/h, Watt: 276, HF: 136, Kalorien: 2.808,
Zwischenstand Platzierung Gesamt: 131, AK: 29
T2: 2:36 Minuten
Run: 3:16:37 Stunden / Pace: 4:42 /km, HF: 148, Kalorien: 2.498
Finish: 9:19:25 Stunden / Platzierung Gesamt. 116, Männer: 107, AK: 31
Durch die ausführlichen Bloggs von Anke und Hans-Peter (hierführ vielen Dank) bleibt mir eigentlich nicht mehr viel übrig zu schreiben. Der Tag begann gut, Frühstück war OK, keine besonderen Vorkommnisse. Die Vorbereitungen für den Start inklusive Rad aufpumpen, Schuhe einklicken, Helm checken waren schnell erledigt. Schnell noch ein Paar Kontaktlinsen im Laufbeutel deponiert und schon ging ich wieder zurück, wo ich meine beiden Unterstützer treffen wollte. Alles lief seinen gewohnten Gang, kein Stress, keine Hektik.
Die Profis starteten um 6:30 am, der Kanonenschlag war für mich das Signal, mich endgültig Fertig zu machen und Richtung Schwimmstart zu gehen.
Einschwimmen: ca. 150 Meter bis zur Startlinie, dann eine gute Ausgangsposition suchen, was mir auch gelang. Aber: in den 10 Minuten arbeitet das Feld, auch bedingt durch den Wellengang und die Kampfrichter, welche die Athleten immer wieder zurück drängen mussten.
Pünktlich um 7 Uhr knallte die Kanone ein zweites Mal, die Agegrouper wurden ins Rennen geschickt. Die ersten 400 Meter waren die reinste Brügelei, die erste Reihe war wieder gefüllt mit Schwimmern, die dort absolut nichts verloren haben - ich denke dies haben sie auch gemerkt, aber wahrscheinlich nicht daraus gelernt. Die nächste Brügelei an einer Boje, wo der Schwarm, in dem ich mich eben auch befand, nach links gedrängt wurde, weil wir doch etwas vom Kurs abgekommen sind. Alles in allem habe ich nichts abbekommen und mich um knappe 3 Minuten gegenüber 2008 verbessert. Das fing doch schon gut an!
Der Wechsel war gefühlt erstaunlich schnell, hier spielten vor allem 2 Faktoren eine Rolle:
1: werde ich den DeSoto-SkinCooler, der bereits in mein TriTop eigebaut und das ganze bis zu den Armen eingerollt war über meinen nassen Körper bekommen?
Antwort: Ja, das funktionierte erstaunlich gut.
2: Die Wechselzone auf dem Pier in Kona ist sehr eng aber sortiert. Ich hatte Glück mit meiem Radständer - erste Reihe, direkt wenn man aus dem Wechselzelt, den Pier erst ganz hochläuft wurd ich schon von meinem Rädchen begrüßt - ich musste es nicht lang irgendwo zwischendrin suchen - Nachteil: der längste Weg mit dem Rad in der Hand zum Ausgang.
Auf dem Rad lief es dann sehr Rund. Ich fand sofort in meinen Tritt und machte Position um Position gut. Wunderbar. Die Wettergötter von Hawaii bzw. Kona meinten es gut mit uns und so hatte ich bis zur Abzweigung nach Hawi ein Schnitt von 40,5 km/h auf dem Tacho. Auf den zum Teil deutlichen Wellen merkt man dann, wie die Radstrecke auf ihre Höhenmeter kommt. Gute Nacht: Kein Seitenwind! Schlechte Nachricht: GEGENWIND! Ca. 6 Milen vor Hawi kam phänomenaler Gegenwind auf, der uns doch sichtlich zu schaffen machte - man sah das alle zu kämpfen hatten. Der U-Turn in Hawi bei KM 96 erzeugte ein gutes Gefühl, wusste ich doch das wir nun Rückenwind haben müssen. Mit 65 - 70 km/h auf dem Tacho ging es dann zurück Richtung Kona - aber leider nur 6-8 Milen. Dann kam mein Loch - ein tiefes Loch. Ich hatte keinen guten Tritt mehr, wirkte müde und beim versuch anzutreten krampften die Beine. Ich suchte nach Lösungen: Gels, Getränke - aber ich "dümpelte" so vor mich hin - das ging ca. 25 km so - dann kam Alex Nikolopoulos aufgefahren und ich konnte mich wieder motivieren - dranbleiben war aber sinnlos. Ich bracuhte noch 10 km bevor ich wieder richtig Druck machen konnte. Die letzten 25 km konnte ich dann noch die Athleten einsammeln, welche die Radstrecke etwas zu offensiv angegangen sind. Mit gemischten Gefühlen rollte ich Richtung Wechselzone: Die Schächephase auf dem Rad, was wird wohl der Marathon bringen - schließlich warteten noch etwas 3 Stunden Laufen (oder mehr) auf mich.
Der zweite Wechsel erfolgte ohne Probleme, außer das der Weg (einmal um den Pier laufen) wieder sehr lang war.
Der erste Kilometer war mit 4:12 Minuten noch sehr vielversprechend - das sollte aber auch der einzige in dieser Zeit an diesem Tag sein. Deshalb auch meine Gestiken gegenüber Anke und Hans-Peter. Ich war bei jedem KM kurz davor stehen zu bleiben und nur noch zu laufen - aber die Automatik hat dies verhindert. Ich sammelte KM für KM, den Allí Drive rauf und wieder runter - den Wendepunkt habe ich nach 37 Minuten erreicht, nur kanpp langsamer zurück. Aber da wartete der Hammer: die Palani-Road - eine sagenhafte Steigung (gefühlt ist der Feldberglauf wie Ferien auf dem Ponyhof). Der Kommentar von Andrea, die Mutter von Jochens Tochter (kleine Revanche): "Björn, das sieht aus als ob es Richtung weh tun würde!" Darauf ist selbst mir nichts mehr eingefallen. Dann der lange Weg über den Queen K`-Highway bis ins Natural Energy Lap und zurück. Es war heiß, die Sonne knallte, was ich durch das Langarm-Shirt aber nicht wirklich wargenommen habe, und es schmerzte einfach alles. Der Weg zog sich ewig und es schmeckte nichts mehr. Vor allem hatte ich immer das Glück, Gels wie Vanille oder noch besser "Double Latte" abzugreifen. Wer bitte braucht bei so einer Hitze süße Gels? Das dachte sich auch mein Magen und somit landete die Double Latte mit gefühlten 4 Litern Wasser/Iso-Gemisch auf dem Highway (nachdem ich das Ding verzehrt hatte). Zu viel Flüssigkeit war wohl auch der Grund für mein schlechtes Gefühl - danach lief es wesentlich besser. Ab dem Wendepunkt im Energy Lap fing ich dann mit Pepsi an, die Zuckerzufuhr hat mir mein Körper gedankt - leider war die erste Warm, was nicht gerade zur Heiterkeit führt, aber so ist das halt wenn zwei Minuten kein Athlet vorbei kommt. Der Weg aus dem Energy Lap zum Highway ist auch nicht ohne, geht ebenfalls deutlich Berg auf. Mein Garmin zeigte mir dann an: 30 KM! Super, nur noch ein lockeres Läufchen nach Hause - aber auch das will beendet werden! Den Oberschenkeln merkte man die kurze Regenerationsdauer von Frankfurt an, die haben sich dann doch noch mal zu Wort gemeldet. Also wieder auf Gels und kaltes Wasser zurück gegriffen. Dann das erlösende Schild: Palani-Road. Wer glaubt das muss ja erlösend gewesen sein, die Steigung von vorhin dann heimlaufen zu2 können, der irrt. Ich weiß jetzt nicht mehr was schöner war, jeder Schritt stieß in die Oberschenkel - von "runter rasen" habe ich ganz schnell abgesehen. So, jetzt nur noch um drei Ecken und dann den Zieleinlauf auf dem Alii Drive genießen! Herrlich - unbeschreiblich! Das ist der Spirit von Kona, auch wenn ich hier gegenüber meinem letzten Auftritt 3 Minuten habe liegen lassen.
Fazit:
Die Zeit bescheinigt mir eine Verbesserung von über 26 Minuten - die Verbesserung im Gesamtklassent macht 80 Plätze gegenüber 2008 aus. Damit bin ich natürlich mehr als zufrieden, zumal ich mich in Frankfurt gegenüber 2008 "nur" 16 Minuten verbessert habe. Allerdings konnte ich in meiner Altersklasse lediglich 2 Plätze nach vorne rutschen, das ist doch eine sehr bittere Pille die ich erst mal verdauen muss.
Natürlich gibt es auch ein paar Fotos vom Event, gebt mir hierfür bitte noch ein paar Tage Zeit und schaut Mitte/Ende nächster Woche noch mal vorbei, bis dahin habe ich dann bestimmt etwas hochgeladen.
So, ich liege hier auf dem Bett und konnte die ganze Zeit noch den "You are an Ironman"-Spruch von der Finishline hören. Dieser ist mittlerweile auch seit über einer Stunde verstummt - Zeit für mich zu schlafen.
Super Leistung. Ganz herzlichen Glückwunsch von Andreas B.
AntwortenLöschenIch habe Dich als auch Alex verfolgt, und wusste das als Dein Vorsprung in T2 dahin war, dass es nicht richtig rollte. Aber dennoch, super gekämpft! Gruss an alle....
AntwortenLöschenHeyho, Respekt mein Lieber. Glückwunsch zum Ergebnis. Und bis bald auffe Schicht :)
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